Erinnern in VR
„Erinnerung in VR“ ist ein Projekt von Bildungsgabe zur innovativen historisch politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen aus dem Frankfurter Ben Gurion Ring. Gemeinsam setzen sich junge Menschen mit der Geschichte der Deportationen über die Frankfurter Großmarkthalle während der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und entwickeln daraus eine eigene virtuelle VR Begehung.
Im Mittelpunkt stehen Biografien deportierter Menschen, Fragen von Ausgrenzung, Antisemitismus und gesellschaftlicher Verantwortung sowie der Bezug zur heutigen Lebensrealität junger Menschen. Die Teilnehmenden recherchieren historische Quellen, besuchen die Erinnerungsstätte Großmarkthalle und gestalten gemeinsam digitale Erinnerungsräume mit moderner VR Technik.
Das Projekt verbindet Erinnerungskultur mit digitalen Methoden und ermöglicht Jugendlichen einen aktiven und kreativen Zugang zu Geschichte. Die fertige VR Anwendung wird öffentlich präsentiert und anschließend dauerhaft kostenfrei über Bildungsgabe zugänglich gemacht.
Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms „JUGEND erinnert vor Ort & engagiert“ gefördert.

Die Ergebnisse werden als digitale VR Anwendung mit virtuellen Räumen, audiovisuellen Inhalten, Biografien und interaktiven Elementen öffentlich präsentiert und dauerhaft zugänglich gemacht.

Die Jugendlichen recherchieren historische Biografien, besuchen die Erinnerungsstätte Großmarkthalle, entwickeln eigene Inhalte und gestalten daraus gemeinsam eine interaktive virtuelle VR Begehung zur Erinnerung an die Deportationen während der NS Zeit.

Die heutige Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle erinnert an die Deportation tausender jüdischer Menschen aus Frankfurt und ist ein zentraler Ort der historischen Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus.
Die Inspiration und inhaltliche Grundlage für das Projekt entstand aus dem vorherigen Modellprojekt „Zukunft ohne Antisemitismus“, das nachfolgend näher dargestellt wird.

23
April
2026
Workshop vom 23.04.2026
Am 23.04.2026 fand im Innovationsraum ein Workshop zum Thema Antisemitismus und Anne Frank statt. Die Veranstaltung kombinierte ein interaktives Quiz, eine kleine Ausstellung sowie den Einsatz von VR Brillen, mit denen die Teilnehmenden das Lernspiel Anne Frank House selbst erleben konnten.
Ergänzt wurde der Workshop durch einen Gastredner, der über aktuelle Alltagssituationen im Zusammenhang mit Antisemitismus sprach, insbesondere mit Blick auf Erfahrungen in Schulen. Dies ermöglichte den Teilnehmenden einen direkten Bezug zur heutigen Lebensrealität.
Insgesamt nahmen neun Personen teil. Besonders hervorzuheben ist, dass der gesamte Workshop von einem Jugendlichen eigenständig vorbereitet wurde. Mit einer Woche intensiver Vorbereitung in unseren Räumlichkeiten entwickelte er das Konzept, organisierte die Inhalte und führte durch die Veranstaltung.



Museumsbesuch -
Jüdisches Museum
Am 04.08.2024 hat Bildungsgabe e.V. mit der Projektgruppe und weiteren Teilnehmenden das Jüdische Museum Frankfurt besucht. Die Gruppe war zum ersten Mal in einem jüdischen Museum. Besonders die Dauerausstellung im Wohnhaus der Familie Rothschild, hat die Teilnehmenden beeindruckt. Die Ausstellung erzählt, wie Jüdinnen und Juden die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt prägten und thematisiert zugleich die jüdische Erfahrung von Diskriminierung und Gewalt. Bildungsgabe e.V. möchte mit dem Besuch, auch persönliche Einblicke in die Vielfalt jüdischer Lebensentwürfe in Geschichte und Gegenwart geben. Diese Ausstellung bietet auch anschließend Raum für Gespräche und Diskussion. Fasziniert haben auch die innovativen Systeme im Museum, in dem das Leben der Juden digital dargestellt wird. Der Besuch des jüdischen Museums war eine Pilotmaßnahme. Weitere Besuche von anderen (wissenschaftlichen- und technisch basierten) Museen werden für die Teilnehmenden künftig ermöglicht.


Workshops
Im Rahmen des Projekts finden regelmäßig interaktive Workshops zum Thema Antisemitismus und Rassismus statt. Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Inhalte für die digitale Ausstellung und setzen sich kreativ mit historischen und aktuellen Formen von Diskriminierung auseinander. Dabei kommen Methoden der Medienpädagogik, politischer Bildung und Kreativarbeit zum Einsatz. Die Workshops fördern Austausch, Empathie und digitale Kompetenzen. Sie sind offen für Jugendliche und junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft und werden von erfahrenen Fachkräften begleitet.
Dabei werden verschiedene Formen von Rassismus und Diskriminierung thematisiert, darunter Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ziel ist es, durch kreative, digitale und dialogorientierte Methoden das Bewusstsein für Diskriminierung zu schärfen und gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich und erfahrbar zu machen. Die Workshops fördern Empathie, kritisches Denken und ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft.
Das Leben von Anne Frank in VR erleben!
Am Dienstag, den 01.10.2024 haben sich Teilnehmenden in den Räumlichkeiten von Bildungsgabe getroffen, und ein besonderes VR-Lernspiel ausprobiert. Die Virtual Reality-App „Anne Frank House VR“ vermittelt einen besonderen Einblick in das Versteck Anne Franks und der sieben anderen Untergetauchten Jüdinnen und Juden im Hinterhaus. Gemeinsam mit zugewanderten Jugendlichen aus Frankfurt, hat Bildungsgabe die App ausprobiert. Es war ein besonderes Erlebnis, ein so sensibles Thema spielerisch zu behandeln. Anschließend wurde mit der Gruppe über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Wahrnehmungen gesprochen. Die Gespräche und Diskussion führten dazu, dass alle Beteiligten sich einig waren, dass es politische Diskrepanzen gibt, aber diese nicht auf die Religionszugehörigkeit abgebildet werden darf. Der Wunsch einiger Teilnehmer ist da, dass Projekt mitzugestalten und Themen wie Rassismus und Antisemitismus mit einer (digitalen) Ausstellung auszuarbeiten.

"Es war viel besser als in der Schule über Anne Frank und Antisemitismus zu lernen, weil ich mich mit der VR-Brille direkt in den Raum und das Leben von Anne Frank und von den damaligen Juden hineinversetzten konnte."
Kashif (Teilnehmer)

Veröffentlichung vom 13. Dezember 2024
Das Projekt in der Presse
Am 13. Dezembner 2024 veröffentlichen die größten Frankfurt Zeitungen FAZ, FNP und FR einen Artikel über das Projekt "Zukunft ohne Antisemitismus"


