Zukunft ohne Antisemitismus
Das Projekt „Zukunft ohne Antisemitismus“ hat das Ziel, Jugendliche und Erwachsene für Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren – mit digitalen, kreativen und partizipativen Methoden.
Im Zentrum steht eine interaktive VR-Ausstellung, die gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt wird. Inhalte wie das Leben von Anne Frank, Zeitzeug:innenberichte, animierte Geschichtsdarstellungen und aktuelle Formen von Antisemitismus werden in 3D erlebbar gemacht. Nutzer:innen bewegen sich durch virtuelle Räume, erleben Szenen hautnah und setzen sich interaktiv mit Geschichte und Gegenwart auseinander.
Die Ausstellung entsteht in kreativen Workshops mit Jugendlichen – insbesondere aus benachteiligten Stadtteilen. Medienpädagog:innen, Künstler:innen und Fachkräfte begleiten den Prozess. So werden digitale Kompetenzen, kritisches Denken und Empathie gefördert.
Technisch kommen VR-Brillen, Animationen, KI-gestützte Dialoge und Projektionssysteme zum Einsatz. Die Ausstellung wird mobil und digital zugänglich sein – z. B. in Schulen, Jugendzentren oder bei Veranstaltungen.
Ziele des Projekts:
- Sensibilisierung für Antisemitismus und Rassismus
- Förderung von Medienkompetenz und Kreativität
- Aufbau von Empathie und demokratischem Bewusstsein
- Nutzung neuer Technologien in der politischen Bildung
Projektleitung:
- Laura Molina, Tel. 069/40056980
Projektlaufzeit: 07/2024 - 12/2026
Zielgruppen:
- Jugendliche ab 14 Jahren
- Junge Erwachsene
- Multiplikator:innen aus Bildung und Jugendarbeit
- Allgemeine Öffentlichkeit
Das Besondere: Die Zielgruppe gestaltet selbst mit. Dadurch entstehen persönliche Zugänge und eine starke Identifikation. Das Projekt zeigt, wie moderne Technik sinnvoll für gesellschaftliche Aufklärung genutzt werden kann – emotional, innovativ und nachhaltig.
Das Projekt wird im Bundesprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ durch das Bundesministerium des Innern gefördert und fachlich begleitet. Auf Grundlage der bisherigen Erfolge wird eine Weiterentwicklung sowie der Aufbau zusätzlicher Modellstandorte ab 2027 angestrebt.

23
April
2026
Workshop vom 23.04.2026
Am 23.04.2026 fand im Innovationsraum ein Workshop zum Thema Antisemitismus und Anne Frank statt. Die Veranstaltung kombinierte ein interaktives Quiz, eine kleine Ausstellung sowie den Einsatz von VR Brillen, mit denen die Teilnehmenden das Lernspiel Anne Frank House selbst erleben konnten.
Ergänzt wurde der Workshop durch einen Gastredner, der über aktuelle Alltagssituationen im Zusammenhang mit Antisemitismus sprach, insbesondere mit Blick auf Erfahrungen in Schulen. Dies ermöglichte den Teilnehmenden einen direkten Bezug zur heutigen Lebensrealität.
Insgesamt nahmen neun Personen teil. Besonders hervorzuheben ist, dass der gesamte Workshop von einem Jugendlichen eigenständig vorbereitet wurde. Mit einer Woche intensiver Vorbereitung in unseren Räumlichkeiten entwickelte er das Konzept, organisierte die Inhalte und führte durch die Veranstaltung.



Museumsbesuch -
Jüdisches Museum
Am 04.08.2024 hat Bildungsgabe e.V. mit der Projektgruppe und weiteren Teilnehmenden das Jüdische Museum Frankfurt besucht. Die Gruppe war zum ersten Mal in einem jüdischen Museum. Besonders die Dauerausstellung im Wohnhaus der Familie Rothschild, hat die Teilnehmenden beeindruckt. Die Ausstellung erzählt, wie Jüdinnen und Juden die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt prägten und thematisiert zugleich die jüdische Erfahrung von Diskriminierung und Gewalt. Bildungsgabe e.V. möchte mit dem Besuch, auch persönliche Einblicke in die Vielfalt jüdischer Lebensentwürfe in Geschichte und Gegenwart geben. Diese Ausstellung bietet auch anschließend Raum für Gespräche und Diskussion. Fasziniert haben auch die innovativen Systeme im Museum, in dem das Leben der Juden digital dargestellt wird. Der Besuch des jüdischen Museums war eine Pilotmaßnahme. Weitere Besuche von anderen (wissenschaftlichen- und technisch basierten) Museen werden für die Teilnehmenden künftig ermöglicht.


Workshops
Im Rahmen des Projekts finden regelmäßig interaktive Workshops zum Thema Antisemitismus und Rassismus statt. Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Inhalte für die digitale Ausstellung und setzen sich kreativ mit historischen und aktuellen Formen von Diskriminierung auseinander. Dabei kommen Methoden der Medienpädagogik, politischer Bildung und Kreativarbeit zum Einsatz. Die Workshops fördern Austausch, Empathie und digitale Kompetenzen. Sie sind offen für Jugendliche und junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft und werden von erfahrenen Fachkräften begleitet.
Dabei werden verschiedene Formen von Rassismus und Diskriminierung thematisiert, darunter Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ziel ist es, durch kreative, digitale und dialogorientierte Methoden das Bewusstsein für Diskriminierung zu schärfen und gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich und erfahrbar zu machen. Die Workshops fördern Empathie, kritisches Denken und ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft.
Das Leben von Anne Frank in VR erleben!
Am Dienstag, den 01.10.2024 haben sich Teilnehmenden in den Räumlichkeiten von Bildungsgabe getroffen, und ein besonderes VR-Lernspiel ausprobiert. Die Virtual Reality-App „Anne Frank House VR“ vermittelt einen besonderen Einblick in das Versteck Anne Franks und der sieben anderen Untergetauchten Jüdinnen und Juden im Hinterhaus. Gemeinsam mit zugewanderten Jugendlichen aus Frankfurt, hat Bildungsgabe die App ausprobiert. Es war ein besonderes Erlebnis, ein so sensibles Thema spielerisch zu behandeln. Anschließend wurde mit der Gruppe über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Wahrnehmungen gesprochen. Die Gespräche und Diskussion führten dazu, dass alle Beteiligten sich einig waren, dass es politische Diskrepanzen gibt, aber diese nicht auf die Religionszugehörigkeit abgebildet werden darf. Der Wunsch einiger Teilnehmer ist da, dass Projekt mitzugestalten und Themen wie Rassismus und Antisemitismus mit einer (digitalen) Ausstellung auszuarbeiten.

"Es war viel besser als in der Schule über Anne Frank und Antisemitismus zu lernen, weil ich mich mit der VR-Brille direkt in den Raum und das Leben von Anne Frank und von den damaligen Juden hineinversetzten konnte."
Kashif (Teilnehmer)

Veröffentlichung vom 13. Dezember 2024
Das Projekt in der Presse
Am 13. Dezembner 2024 veröffentlichen die größten Frankfurt Zeitungen FAZ, FNP und FR einen Artikel über das Projekt "Zukunft ohne Antisemitismus"



