Im Rahmen unseres Projekts „SafeSpace.Media – Medienwerkstatt für Respekt und Grenzen“ haben wir 18 Kinder und Jugendliche in zwei Workshops mit Virtual Reality, 3D-Druck und kreativer Medienarbeit für Kinderschutz, persönliche Grenzen und die Prävention sexualisierter Gewalt sensibilisiert. Dabei standen Selbstbestimmung, respektvoller Umgang und das Recht, Nein zu sagen, im Mittelpunkt. Ergänzend wurde unser Team durch eine erfahrene Diplom-Pädagogin im Bereich Kinderschutz und Gewaltprävention geschult.

SafeSpace.Media – Medienwerkstatt für Respekt und Grenzen

Mit Virtual Reality und 3D-Druck einen sicheren Ort gestalten

Wie können Kinder und Jugendliche lernen, ihre persönlichen Grenzen zu erkennen, ihre Bedürfnisse auszudrücken und respektvoll miteinander umzugehen? Und wie können moderne Technologien dabei helfen, diese wichtigen Themen auf kreative und verständliche Weise zu vermitteln?

Mit unserem Projekt „SafeSpace.Media – Medienwerkstatt für Respekt und Grenzen“ haben wir bei Bildungsgabe e. V. einen innovativen Ansatz entwickelt, der digitale Bildung mit Kinderschutz und Gewaltprävention verbindet.

Das Projekt wurde vom 1. Januar bis 31. Juli 2026 im Frankfurter Quartier Ben-Gurion-Ring umgesetzt und im Rahmen des Programms Start2Act, finanziert durch die Europäische Union, gefördert.

In zwei Workshops erreichten wir insgesamt 18 Kinder und Jugendliche. Ergänzend konnten sich vier bis fünf junge Menschen im Rahmen unserer regelmäßigen Angebote vertieft mit den Themen beschäftigen.

Unser Workshop: „Mein sicherer Ort“

Im Mittelpunkt stand die Frage: „Was bedeutet ein sicherer Ort für mich?“ Anstatt Kinderschutz ausschließlich theoretisch zu behandeln, wollten wir den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre Vorstellungen von Sicherheit, Vertrauen und Gemeinschaft selbst kreativ darzustellen. Dafür entwickelten wir einen Workshop, der Zeichnen, digitale 3D-Gestaltung, 3D-Druck und Virtual Reality miteinander verband.

1. Ankommen und Vertrauen aufbauen

Zu Beginn lernten sich die Teilnehmenden kennen und vereinbarten gemeinsame Regeln für einen respektvollen Umgang.

Wir besprachen, warum es wichtig ist, einander zuzuhören, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und persönliche Grenzen zu respektieren. Dabei wurde vermittelt, dass niemand ausgelacht oder unter Druck gesetzt werden darf und dass jede Person selbst entscheiden kann, welche Erfahrungen sie mit anderen teilen möchte.

Diese gemeinsame Grundlage sollte eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen.

2. Den eigenen sicheren Ort zeichnen

Anschließend beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit der Frage, an welchem Ort sie sich besonders wohl und geschützt fühlen.

Die Teilnehmenden zeichneten ihre Vorstellungen auf Papier. Dabei entstanden individuelle Bilder von Häusern, Gärten und anderen Orten, die für Geborgenheit und Sicherheit stehen.

In begleitenden Gesprächen ging es darum, welche Menschen Vertrauen vermitteln, warum persönliche Grenzen wichtig sind und an wen man sich wenden kann, wenn man Hilfe benötigt.

So konnten die Teilnehmenden ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse reflektieren, ohne persönliche Erlebnisse offenlegen zu müssen.

3. Von der Zeichnung zum 3D-Modell

Im nächsten Schritt wurden die kreativen Ideen mithilfe digitaler Technologien weiterentwickelt.

Die Kinder und Jugendlichen lernten, wie aus einer zweidimensionalen Zeichnung ein dreidimensionales Modell entstehen kann. Mit altersgerechter 3D-Designsoftware gestalteten sie Häuser und andere Objekte, die ihre Vorstellungen eines sicheren Ortes repräsentierten.

Anschließend wurden ausgewählte Modelle mit einem 3D-Drucker hergestellt.

Dieser praktische Ansatz machte das Thema Kinderschutz greifbar: Aus einer persönlichen Vorstellung entstand ein selbst gestaltetes Objekt, das die Teilnehmenden mit ihrem eigenen Sicherheitsgefühl verbinden konnten.

Gleichzeitig förderte die Arbeit mit dem 3D-Drucker Kreativität, räumliches Denken und digitale Kompetenzen.

4. Gemeinsam stark durch Virtual Reality

Ein weiterer Bestandteil war der Einsatz von Virtual Reality.

Mit VR-Brillen tauchten die Teilnehmenden in virtuelle Spielwelten ein und beschäftigten sich mit kooperativen Aufgaben. Im Mittelpunkt standen Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und Vertrauen.

Die anschließenden Reflexionsgespräche griffen Fragen auf wie: Was hat bei unserer Zusammenarbeit gut funktioniert? Wann haben wir Unterstützung gebraucht? Wie fühlt es sich an, wenn andere uns helfen oder unsere Meinung respektieren?

Auf diese Weise verbanden wir digitale Spielerlebnisse mit sozialen Lernprozessen.

5. Präsentation und gemeinsamer Austausch

Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden ihre Zeichnungen und 3D-Modelle.

Gemeinsam reflektierten wir, was sie während des Workshops gelernt hatten und welche Bedeutung Respekt, Vertrauen und persönliche Grenzen im Alltag haben.

Ein wichtiger Bestandteil war außerdem die Frage, an wen sich Kinder und Jugendliche wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen, Grenzverletzungen erleben oder Unterstützung benötigen.

Die Teilnehmenden konnten ihre selbst gestalteten Ergebnisse als Erinnerung an den Workshop mitnehmen.

Kinderschutz beginnt bei den Erwachsenen

Neben der unmittelbaren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war die fachliche Weiterentwicklung unseres Teams ein wesentlicher Bestandteil des Projekts.

Hierfür konnten wir eine Diplom-Pädagogin und systemischer Coach mit 15-jähriger Erfahrung in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, gewinnen.

Im Rahmen eines Inhouse-Seminars beschäftigten sich unsere Mitarbeitenden und Engagierten intensiv mit folgenden Themen:

  • Prävention sexualisierter Gewalt und Erkennen möglicher Grenzverletzungen
  • Professioneller Umgang mit Nähe und Distanz
  • Einschätzung und Umgang mit Verdachtsfällen
  • Gesprächsführung mit betroffenen Kindern und Jugendlichen
  • Verbindliche Meldewege und Interventionsverfahren
  • Verhaltensstandards und Weiterentwicklung unseres Schutzkonzepts

Die Schulung stärkte unsere fachliche Grundlage, um Kinder und Jugendliche in unseren Bildungsangeboten besser zu schützen und bei möglichen Gefährdungen angemessen zu reagieren.

Evaluation: Was haben wir erreicht?

Die Auswertung des Projekts erfolgte anhand der durchgeführten Angebote, der Teilnahmezahlen, der entstandenen kreativen Ergebnisse und der pädagogischen Reflexion.

18 Kinder und Jugendliche nahmen an zwei Workshops teil. Zusätzlich beschäftigten sich vier bis fünf junge Menschen im Rahmen unserer regelmäßigen Angebote vertieft mit den Projektinhalten.

Die Verbindung von Zeichnen, 3D-Druck und Virtual Reality erwies sich aus pädagogischer Sicht als geeigneter Ansatz, um abstrakte Themen wie Sicherheit, persönliche Grenzen und gegenseitigen Respekt anschaulich zu behandeln.

Besonders wichtig war dabei die aktive Beteiligung: Die Kinder und Jugendlichen waren nicht nur Zuhörende, sondern gestalteten eigene Modelle, trafen kreative Entscheidungen und konnten ihre Vorstellungen in Gespräche einbringen.

Die Workshops ermöglichten es, Kinderschutz mit positiven Erfahrungen von Kreativität, Selbstbestimmung und Gemeinschaft zu verbinden.

Die Evaluation zeigt zugleich Grenzen auf: Die Teilnahmezahlen und die dokumentierten Aktivitäten belegen die Durchführung und Reichweite des Projekts. Eine langfristige Veränderung des Schutzverhaltens oder eine messbare Verringerung von Gewalt lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Auch organisatorisch konnten wir wichtige Erfahrungen sammeln. Die Kombination mehrerer Technologien erfordert ausreichend Zeit für Anleitung, technische Vorbereitung und individuelle Begleitung. Diese Erkenntnisse berücksichtigen wir bei der Weiterentwicklung unserer pädagogischen Angebote.

Nachhaltigkeit: Was bleibt nach dem Projekt?

SafeSpace.Media war für uns mehr als eine zeitlich begrenzte Workshopreihe.

Die entwickelten Methoden und die gewonnenen Erfahrungen werden weiterhin in unsere Bildungsarbeit im Innovationsraum einfließen. Insbesondere die Verbindung von digitaler Kreativität, sozialem Lernen und Kinderschutz möchten wir auch in zukünftigen Angeboten nutzen.

Durch die fachliche Qualifizierung unseres Teams konnten wir außerdem die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung unserer Schutzmaßnahmen schaffen.

Unser Ziel bleibt es, Kindern und Jugendlichen einen Raum zu bieten, in dem sie sich sicher fühlen, neue Technologien entdecken, ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre eigenen Grenzen ebenso wie die Grenzen anderer respektieren können.

Denn digitale Bildung bedeutet für uns nicht nur, den Umgang mit Technologien zu vermitteln. Sie bedeutet auch, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit, ihrer Selbstbestimmung und ihrem respektvollen Miteinander zu stärken.

 

Das Projekt „SafeSpace.Media – Medienwerkstatt für Respekt und Grenzen“ wurde im Rahmen des Programms Start2Act der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Workshop-Ankündigung

Förderung

Das Projekt wurde im Rahmen des Programms Start2Act der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.